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Task Force Erdbeben unterwegs zum Einsatz in Chile

erstellt von aahke zuletzt verändert: 20.11.2007 09:39

Mit schwerem Gerät und moderner GPS-Technologie ausgerüstet reist die "Deutsche Task Force Erdbeben” am Montag, 19.11.2007, in das Erdbebengebiet von Nordchile. Ziel der GFZ-Forscher ist es, die Nachbebentätigkeit zu überwachen und Verformungen der Oberfläche zu kartieren. Am vergangenen Mittwoch (14.11.2007) bebte170 Kilometer nordöstlich der Hafenstadt Antofagasta für 40 Sekunden die Erde. Zwei Tote, mehr als 150 Verletzte und zahllose zerstörte Häuser waren die Bilanz des Erdstoßes der Stärke 7,7.

Erdbeben in Chile: Einsatz der Task Force Erdbeben GFZ - Am Montag, 19. 11. 2007, reist eine Gruppe von Wissenschaftlern der ”Deutschen Task Force Erdbeben” in das Erdbebengebiet von Nordchile.
Die Seismologen des GFZ Potsdam (Helmholtz-Gemeinschaft) werden die Nachbebentätigkeit überwachen und Verformungen der Oberfläche kartieren.
Die ersten Nachbeben geben Hinweise darauf, dass der Bruchvorgang südlich der Hafenstadt Tocopilla begann und in südlicher Richtung bis zur Halbinsel Mejillones verlief. Diese Halbinsel wirkt vermutlich als tektonische Grenze und könnte die jetzige Bruchfläche von der Bruchfläche des Antofagasta-Bebens von 1995 (Magnitude 8,0) trennen. Das aktuelle Beben wäre danach ein Anschlußereignis, welches das weitere seismische Verhalten des gesamten ca. 600 km langen Segmentes der Erdbebenzone nördlich der Halbinsel Mejillones bis zur Grenze von Peru beeinflussen könnte. Dieses Segment wird in der Literatur als „reife“ seismische Lücke bezeichnet, in der ein noch größeres Erdbeben in Zukunft zu erwarten ist. Durch die Untersuchung der immer noch stattfindenen Nachbeben kann die Arbeitsgruppe die Größe des Bruchs und kritische Spannungsumlagerungen in der Region feststellen. Üblicherweise bauen sich an den Enden der Bruchzonen neue Spannungen auf, die sich später durch Erdbeben lösen.
Die Einsatzgruppe besteht auf deutscher Seite aus neun Wissenschaftlern des GFZ und der Uni Potsdam, die im Gelände mit chilenischen und französischen Partnern kooperieren werden. Allein vom GFZ gehen 1,5 Tonnen an Gerät mit auf die Reise.
Das Deutsche Task Force Komitee Erdbeben hat seinen Sitz am GFZ Potsdam.
Es kooperiert mit verschiedensten Einrichtungen aus Wissenschaft, Wirtschaft und humanitären Organisationen. Die Finanzierung des jetzigen Task-Force-Einsatzes erfolgt aus Mitteln des GeoForschungsZentrums und der Hannover Rückversicherung.**


Weitere Informationen:

Die Deutsche Taskforce Erdbeben am GFZ Potsdam

Kontakt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

Franz Ossing
GFZ GeoForschungsZentrum Potsdam, a Helmholtz Centre -Public Relations- Telegrafenberg
D-14473 Potsdam
Tel.  ++49 (0)331 - 288 1040
Fax  ++49 (0)331 - 288 1044
e-mail: ossing@gfz-potsdam.de