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Schornsteine im Meer - Untermeerische Vulkane in der Südsee erforscht

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:47

In der Südsee, im Bereich des Tonga-Inselbogens brodelt es: In einer Wassertiefe zwischen 150 und 950 Metern sind Vulkane mit mächtigen Lavaströmen und metallreichen Ablagerungen in bisher nicht bekanntem Ausmaß aktiv.

Auf einer Forschungskampagne im Südpazifik unter der Leitung der Kieler Universität haben Wissenschaftler zum ersten Mal heiße Quellen in diesem Gebiet mit einem Tauchboot untersucht. Die Inselbogen-Vulkankette erstreckt sich über 2500 Kilometer Länge von Neuseeland bis nach Tonga.


(c) Uni Kiel
Metallreiche "Schornsteine" wie diesen entdeckten die Kieler Wissenschaftler auf den untermeerischen Inselbogenvulkanen vor Tonga

"Wir haben vollkommen neues Territorium erforscht und hydrothermale Aktivität von einer Intensität vorgefunden, wie wir sie nicht erwartet hatten", berichtet Professor Peter Stoffers, Leiter der Abteilung Marine und Terrestrische Geochemie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er leitete die gerade beendete 30-tägige Expedition mit den amerikanischen Forschungstauchbooten Pisces IV und V. "Bei unseren insgesamt 13 Tauchgängen fanden wir aktive so genannte Schornsteine aus Baryt, Anhydrit und Eisen-, Zink- und Kupfersulfiden mit Höhen bis zu zehn Metern. Die dort austretenden heißen Wässer haben Temperaturen bis zu 265 Grad Celsius. Außerdem konnten wir intensive Gasaustritte, weit verbreitete Schwefelabscheidungen und einen dichten Muschelbewuchs beobachten."


(c) Uni Kiel
Kartografische Darstellung des Meeresbodens von Neuseeland bis Samoa: In dem schwarz markierten Bereich auf dem Tonga-Inselrücken untersuchten Kieler Wissenschaftler aktive untermeerische Vulkane, die heiße Lösungen freisetzen

Bereits seit 2002 erforschen die Kieler Wissenschaftler mit dem deutschen Forschungsschiff F.S. SONNE die submarinen Vulkane entlang des Tonga-Kermadec Insebogens, die dadurch entstehen, dass die Pazifische unter die Indisch-Australische Platte abtaucht. Bei dieser so genannten Subduktion schmilzt die abtauchende Platte im Untergrund auf. Ein Teil dieser Schmelzen und die freigesetzten Fluide bahnen sich aus der Tiefe den Weg zurück an die Oberfläche und bilden den vulkanischen Inselbogen.

Universität Kiel