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Was kostet uns der Klimawandel?

erstellt von eschick zuletzt verändert: 12.11.2015 10:39

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels und eine gerechte Lastenverteilung stehen immer mehr im Zentrum der Klimadebatte, dies machen auch die Vorbereitungen für die bevorstehende UN-Weltklimakonferenz in Paris deutlich. Doch wie können die Kosten des Klimawandels berechnet werden? Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt Ergebnisse des Forschungsschwerpunkts "Ökonomie des Klimawandels" vor.

Klimaschutz-Primus Deutschland: Solaranlage auf Schule. (Bild: Mainova AG/CCBY-SA3.0)Hitze, starker Regen, Meeresspiegelanstieg, Hochwasser- und Sturmereignisse - all diese Phänomene scheinen im Zuge des Klimawandels vermehrt und stärker aufzutreten.  Sie führen zu erheblichen Schäden an öffentlichen Infrastrukturen, privaten Vermögenswerten, der menschlichen Gesundheit und Ökosystemen. Mit welchen klimapolitischen Instrumenten sollen wir umsteuern? Konterkarieren die Entwicklungen auf Öl- und Gasmärkten unsere Anstrengungen zum Klimaschutz? Was bringt es, wenn Deutschland Vorreiter beim Klimaschutz ist? Fragen wie diesen widmet sich der Forschungsschwerpunkt "Ökonomie des Klimawandels" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, zu dem nun im Rahmen einer Statuskonferenz erste Forschungsergebnisse vorgestellt werden.

"Der Klimawandel ist nicht nur ein naturwissenschaftliches Phänomen, dem wir allein mit technischen Lösungen begegnen können. Der Klimawandel ist auch eine ökonomische und politische Herausforderung, die uns in Zukunft ein deutliches Umsteuern und große gesellschaftliche Anpassungsleistungen abverlangen wird. Gerade die sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Forschung leistet hier einen wichtigen Beitrag", sagte Staatssekretär Georg Schütte zur Eröffnung der Konferenz in Berlin.

In den Forschungsprojekten werden belastbare und praktikable Ansätze zur Abschätzung der Kosten, Risiken und Chancen von Klimaschutz und Anpassung erarbeitet, sowie Handlungs- und Lösungsoptionen entwickelt. So zeigt das Projekt Decarbonise beispielsweise, dass bei den 48 deutschen Stahl- und Aluminiumwerken ein Einsparpotenzial von 12,7 Mio. Tonnen CO2 besteht. Gleichzeitig weisen die Projektbefunde darauf hin, dass ein moderater Abbau der klimapolitischen Vergünstigungen für die stromintensive Industrie einen Beitrag für eine fairere Lastenverteilung der Klimakosten leisten kann.

Ein weiteres Projekt entwickelt erstmals die notwendigen Werkzeuge, um die geografische Verteilung weiterer erneuerbarer Energieanlagen und der notwendigen Hochspannungsleitungen deutschlandweit zu planen - unter den Aspekten der Akzeptanz durch die Bevölkerung und der Kosteneffizienz. Damit der Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis gelingt, wurde der Förderschwerpunkt Anfang 2014 um einen Dialog zur Klimaökonomie ergänzt. Beteiligt sind Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, Behörden und Vertreter der Politik, für die ökonomische Aspekte des Klimawandels von Interesse sind.


Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin, November 2015