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Weltklimakonferenz: Deutsche Klimaforscher weltweit

erstellt von eschick zuletzt verändert: 01.12.2015 13:02

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) präsentiert Projekte zur Klimaforschung auf der Weltklimakonferenz. Forschungsministerin Wanka betont: "Forschung zeigt Handlungsoptionen zur Bewältigung des Klimawandels auf".

Auch an der Nord- und Ostseeküste drohen Meeresspiegelanstieg und Sturmfluten (hier: Bremerhaven 2013). (Bild: Tvabutzku1234/Wiki Commons)Ob am Amazonas, mitten in Afrika oder an den von Sturmfluten bedrohten Küsten der Nord- und Ostsee: Überall arbeiten deutsche Forscher mit, um die Folgen des drohenden Klimawandels besser zu verstehen und zu beherrschen. Im Umfeld der heute in Paris eröffneten 21. Weltklimakonferenz präsentiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ihre Arbeit.

Denn auch die Verhandlungen auf der Weltklimakonferenz basieren auf Forschung: die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Berichts des Weltklimarates (IPCC-Bericht) haben gezeigt, dass trotz bisheriger Klimaschutzanstrengungen die weltweiten Treibhausgasemissionen durch Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum weiter angestiegen sind. Die Forschungsergebnisse zeigen aber auch, dass ein ambitionierter Klimaschutz die globale Erwärmung auf weniger als 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzen kann. Wie das erreicht werden kann, darüber wird in den nächsten zwei Wochen in Paris verhandelt.

Forschung erarbeitet aber auch Gestaltungsmöglichkeiten zur Anpassung an den Klimawandel. Dies ist  nicht nur für Deutschland von Bedeutung, sondern insbesondere für Schwellen- und Entwicklungsländer, die verstärkt vom Klimawandel betroffen sind. Deshalb fördert das BMBF nationale und internationale Klimaforschungsprojekte, die sich durch ein hohes Maß an Kooperation zwischen Wissenschaftlern und Entscheidern und Betroffenen vor Ort auszeichnen.

Forschungsministerin Johanna Wanka: Mit Forschung zum Klimawandel verlässliche Prognosen stellen. (Bild: Pressesamt der Bundesregierung)"Mit unserer Forschung zum Klimawandel streben wir an, zentrale Wissenslücken zu schließen und verlässliche, regionale Klimaprognosen zu stellen", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. "Die Wissenschaft trägt dazu bei, zu verstehen, wie der Klimawandel entsteht und welche Folgen er mit sich bringt. Und sie liefert auch Handlungsoptionen, zum Beispiel wie  man mit deutlich weniger Kohle, Öl und Gas eine Industriegesellschaft sicher mit Energie versorgen kann."

Mit ausgewählten Beispielen zeigt das BMBF im Umfeld der Weltklimakonferenz auf, welche Beiträge die Forschung für klimapolitische Entscheidungen und Weichenstellungen leisten kann:

-  Gemeinsam mit Partnern aus zehn Ländern des westlichen und fünf Ländern des südlichen Afrikas baut das BMBF je ein regionales Kompetenzzentrum für Klimawandel und nachhaltiges Landmanagement in Afrika auf. Ziel ist es, Mensch und Umwelt besser gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen. Es werden beispielsweise über 100  Wetterstationen aufgebaut, um zuverlässige Niederschlagsprognosen und Wettervorhersagen machen zu können. Diese Informationen  werden kostenfrei und webbasiert vor allem Landwirten zur Verfügung gestellt.  Darüber hinaus werden Wissenschaftler aus den Partnerländern unterstützt, selbst Klimaprognosen und Szenarien zu entwickeln, Handlungsoptionen aufzuzeigen und in internationalen Verhandlungsprozessen ihre Interessen zu vertreten.

-  Auch an der Nord- und Ostseeküste drohen beschleunigter Meeresspiegelanstieg, zunehmende Häufigkeiten von Sturmfluten und größere winterliche Regenmengen. Um effektivere Küstenschutzmaßnahmen länderübergreifend zu entwickeln, untersucht das Forschungsprojekt "COMTESS: Sichere Zukunft für Deutschlands Küsten" anhand von Szenarien die Auswirkungen des Klimawandels. Dabei werden ökologische, ökonomische und sozialwissenschaftliche Analysen durchgeführt und wissenschaftlich bewertet.

-  Der Amazonas-Regenwald ist eines der sensibelsten Ökosysteme der Erde. Der "grüne Ozean" spielt zugleich eine wichtige Rolle in der Stabilisierung des weltweiten Klimas. Als größtes zusammenhängendes Waldareal der Welt ist der Amazonas-Regenwald ein wichtiger CO²-Speicher. Zudem hat das riesige Gebiet durch seine Verdunstung einen enormen Einfluss auf den weltweiten Wasserkreislauf. Um die Bedeutung des Waldes für das Klima besser zu verstehen und Gefährdungspotenziale einzuschätzen, wurde in deutsch-brasilianischer Kooperation mitten im Amazonas-Gebiet mit ATTO der höchste Messturm der Welt gebaut.

-  Die Debatte zum Klimawandel und vor allem auch die Weltklimakonferenz in Paris sind zunehmend von wirtschaftlichen Themen und Interessen geprägt. Doch wie können wir die Kosten des Klimawandels überhaupt berechnen? Mit welchen klimapolitischen Instrumenten sollen wir umsteuern? Konterkarieren die Entwicklungen auf Öl- und Gasmärkten unsere Anstrengungen zum Klimaschutz? Was bringt es, wenn Deutschland international Vorreiter beim Klimaschutz ist? Das Forschungsprogramm "Ökonomie des Klimawandels" bündelt hierzu volkswirtschaftliche Kompetenzen und entwickelt praktikable Konzepte und Handlungsoptionen. Denn Regierungen, Unternehmen und Bürger benötigen verlässliche Grundlagen, um Vorsorgemaßnahmen zu planen, zu ergreifen und zu finanzieren.


Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin, November 2015