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Wissenschaftler untersuchen Geologie von Spitzbergen

erstellt von rduechting zuletzt verändert: 08.07.2009 10:52

Spitzbergen ist das Ziel zweier Expeditionen im Juli und August, an denen Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) beteiligt sind. Ziel der dreiwöchigen Arbeiten ist die Erfassung geologischer Strukturen in diesem fast noch unerforschten Gebiet am Rande des Eismeeres.

Am 15. Juli bricht BGR-Geologe Dr. Karsten Piepjohn mit Kollegen des norwegischen Polarinstituts (Norsk Polarinstitutt) auf, um im äußersten Nordosten der norwegischen Inselgruppe Kartierarbeiten durchzuführen.  Die Wissenschaftler wollen herausfinden, wie die Verteilung der Festlandsgebiete rund um das Polarmeer ursprünglich gewesen ist, bevor der arktische Ozean entstanden ist.

Die Ursache für die Bildung dieses nordpolaren Meeres ist der Zerfall des Großkontinents Laurasia in den amerikanischen und eurasischen Kontinent. „Diese Basisarbeiten im Vorfeld der Industrie könnten für die Abschätzung möglicher Kohlenwasserstoffvorkommen in den zirkumarktischen Sedimentbecken später einmal bedeutend werden“, so BGR-Wissenschaftler Piepjohn.

Dieser Aspekt rückt auf der zweiten Expedition in den Vordergrund, die Geologe Piepjohn gemeinsam mit seinen BGR-Kollegen Dr. Ulrich Berner und Prof. Dr. Bernhard Cramer sowie Dr. Pjotr Sobolev vom russischen geologischen Dienst (Russian Geological Research Institut, VSEGEI) in den letzten beiden August-Wochen in Zentralspitzbergen durchführt. Die Forscher wollen Gesteinsschichten beproben, die aus der Trias- und Jura-Zeit stammen und zwischen 250 und 150 Millionen Jahre alt sind. Damals war Spitzbergen von einem Meer bedeckt, in dem es zahlreichen Schwimmsaurier gab und auf dessen Meeresboden sich organische Substanz anreicherte. „Derartige Sedimente bilden so genannte Erdölmuttergesteine, aus denen sich bei günstigen Voraussetzungen, z.B. den richtigen Druck- und Temperaturbedingungen, Erdöllagerstätten bilden können“, erklärt Erdöl-Geologe Cramer.

„Da wir diese Gesteine an Land beobachten und hinterher direkt geochemisch untersuchen können, können diese Ergebnis auf die angrenzenden Meeresgebiete projeziert werden, in denen die Gesteine nicht zugänglich sind“, so Geowissenschaftler Berner. Diese Informationen sind bei der Suche nach Erdöllagerstätten in den flachen Schelfmeeren der Arktis von Bedeutung.


(Pressemitteilung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Juli 2009.)
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