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Woher kommt die Energie für das 21. Jahrhundert?

erstellt von rduechting zuletzt verändert: 02.07.2009 12:13

Die Weltvorräte an Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran sind ausreichend, um die Energieversorgung auch für die kommenden Jahrzehnte zu gewährleisten. Allerdings wird sich der Energiemix weltweit in dieser Zeit an neue Bedingungen anpassen müssen.

Zu diesem Schluss kommen Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in ihrer heute veröffentlichten Studie „Energierohstoffe 2009“.

In der im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) erstellten Studie werden weltweit die Reserven und Ressourcen, die Produktion sowie aktuelle Trends und technische Entwicklungen bei den nicht-erneuerbaren Energieträgern analysiert. Danach liefern Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran heute mehr als 85 % der Primärenergie für die Welt. „Diese Hauptlast der Versorgung können die vier großen Energieträger auch weiterhin tragen“, so BGR-Präsident Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel. „Allerdings rechnen wir damit, dass Erdöl mit einem aktuellen Anteil an der Primärenergie von einem Drittel seine Rolle als wichtigster Energieträger in den kommenden Jahrzehnten verlieren wird.“

Grund für diese Aussage sind die Ergebnisse der im Rahmen der Studie durchgeführten Projektion der Erdölförderung bis ins Jahr 2050. Danach wird Erdöl der erste Energierohstoff sein, bei dem aufgrund der begrenzten Vorräte eine immer weiter steigende Produktion nicht mehr möglich sein wird. BGR-Energierohstoffexperte Prof. Dr. Bernhard Cramer dazu: „Bei Erdöl aus konventionellen Vorkommen erwarten wir nach unseren Berechnungen, dass schon in den kommenden Jahren ein Produktionsmaximum erreicht wird. Wenn wir aber alle Optionen optimal nutzen, könnte die Erdölförderung insgesamt – also auch aus nicht-konventionellen Quellen wie Ölsanden sowie durch eine bessere Entölung der Lagerstätten – bis etwa 2030 gesteigert werden.“ Nach dieser Projektion rechnet die BGR mit einer maximal möglichen Erdölförderung von etwa 4,7 Gigatonnen (Gt) pro Jahr. Zum Vergleich: Derzeit werden jährlich knapp 4 Gt produziert.

Diese Entwicklung muss durch Erneuerbare Energien und durch Erdgas, Kohle und Uran abgefangen werden. Die Studie zeigt, dass die globale Verfügbarkeit an Erdgas, Kohle und Uran aus geologischer Sicht auf absehbare Zeit auch bei steigendem Verbrauch nicht gefährdet ist. „Gerade bei Kohle“, so der BGR-Präsident, „kann die weltweite Vorratssituation die Versorgung auch bei deutlicher Steigerung noch über viele Jahrzehnte sichern. Die hohen Energierohstoffpreise der vergangenen Jahre haben zu verstärkter Aktivität bei der Rohstofferkundung und damit zu einer wachsenden Ressourcenbasis insbesondere bei Kohle und Uran geführt.“

Die BGR-Studie betrachtet auch ausführlich die mögliche Rolle von Alternativen zu den konventionellen Energierohstoffen. So sind in den vergangenen Jahren weltweit Projekte angelaufen, die technische und wirtschaftliche Möglichkeiten einer breiten Gewinnung von Erdgas aus Gashydrat, von Erdöl aus Ölschiefer, aber auch der Kohleverflüssigung prüfen. Absehbar ist schon heute eine rasante Entwicklung bei der Nutzung geothermischer Energie. Ob diese Entwicklung der Geothermie auch in Deutschland möglich sein wird, werden Pilotvorhaben wie das gestern von der BGR gestartete Geothermieprojekt GeneSys zeigen. GeneSys hat zum Ziel, den Gebäudekomplex des Geozentrums Hannover durch neue Konzepte wie das so genannte Ein-Bohrloch-Verfahren mit Hilfe von Erdwärme aus rund 4000 Meter Tiefe zu beheizen.

Die BGR-Studie finden sie hier als freien Download im Internet.

(Pressemitteilung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Juni 2009)

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