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Weltpremiere der Wolkenforschung: Die Wolke im Reagenzglas

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 23.08.2007 14:48

Am Dienstag, 25. April 2006, 11:00 Uhr wird das weltweit einzigartige Wolkenlabor am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (IfT) eröffnet.

Die ersten Tropfen einer künstlichen Wolke fallen aus dem neu entwickelten Wolkensimulator, dem Leipzig Aerosol Interaction Simulator (LACIS). LACIS dient der Erforschung von Wolkenbildungsprozessen an künstlich erzeugten Wolken. Aufgrund seiner ungewöhnlichen Größe wurde für den Wolkensimulator eigens ein maßgeschneiderter Neubau errichtet, das Leipziger Wolkenlabor. Die Gesamtinvestition in Höhe fast 3 Mio. € für das Wolkenlabor und die Versuchsanordnung wurde zu gleichen Teilen vom Bund und Freistaat Sachsen getragen.

Das neue Wolkenlabor stellt einen Meilenstein in der Geschichte der Wolkenforschung dar. Mit LACIS können nun in weltweit einzigartiger Art und Weise Wolken im Labor unter kontrollierten realitätsnahen Bedingungen erzeugt und erforscht werden.

Der Wolkensimulator besteht aus einem langen vertikalen doppelwandigen Strömungsrohr. Im inneren, fingerdicken Rohr wird die Wolke erzeugt, während im äußeren Rohr sektionsweise wählbare Klimabedingungen eingestellt werden. Das Rohr steht in der Mitte eines zylindrischen fensterlosen Turms, in dem hochstabile Umgebungsbedingungen erzeugt werden. Es entstehen Wolken im Reagenzglas, deren Bildung und vor allem durch Luftverschmutzung verursachte Veränderungen untersucht werden. Da nicht alle Wolkenprozesse im Labor simuliert werden können, wird LACIS durch ein miniaturisiertes Wolkenlabor ergänzt, das am Helikopter hängend in atmosphärische Wolken eingetaucht wird. Damit ist das IfT in der Lage, wesentlich zum besseren Verständnis und zur Quantifizierung der Wolken- und Niederschlagsbildung beizutragen. Wir erwarten neue Erkenntnisse über den menschlichen Einfluss auf Wolken, Niederschlag und das Klima.


Pressemitteilung
Leibniz-Institut
für Troposphärenforschung e. V. Leipzig
04/2005