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Auszeichnung für beste Doktorarbeiten in Geographie

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Die Dissertationspreise des Verbandes der Geographen an Deutschen Hochschulen (VGDH) gehen in diesem Jahr nach Leipzig und Bern

Der Verband der Geographen an Deutschen Hochschulen hat zum sechsten Mal die mit jeweils 1500 Euro dotierten Dissertationspreise für herausragende Doktorarbeiten im Fach Geographie verliehen. Geehrt wurden in diesem Jahr Dr. Bruno Schelhaas und Dr. Andreas Schellenberger. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Schlussveranstaltung des diesjährigen Deutschen Geographentages am 5. Oktober im Audimax der Universität Trier statt.



Professor Günther Heinritz (links) gratuliert Dr. Bruno Schelhaas zum Dissertationspreis für Humangeographie des VGDH
(c) Deutsche Gesellschaft für Geographie e.V.

Der Preis für die beste humangeographische Dissertation ging an Bruno Schelhaas. Der Geographiehistoriker erhält die Auszeichnung für seine am Leibniz-Institut für Länderkunde entstandene Studie "Institutionelle Geographie auf dem Weg in die wissenschaftspolitische Systemspaltung: Die Geographische Gesellschaft der DDR bis zur III. Hochschul- und Akademiereform 1968/69". Sie zeichnet erstmals detailliert die Geschichte der Geographischen Gesellschaft der DDR von ihrer Gründung bis zur Einbindung der Gesellschaft in das sozialistische Wissenschaftssystem nach. Um das von der deutschen Disziplingeschichtsschreibung bislang vernachlässigte Forschungsfeld zu bearbeiten, hat der Verfasser große Aktenbestände aufbereitet und umfangreiches Quellenmaterial ausgewertet. "Das inhaltliche Spektrum, das in der Dissertation zu bewältigen war, geht weit über das sonst übliche Maß fachhistorischer Analysen hinaus", lobte Dr. Ute Wardenga vom Leibniz-Institut für Länderkunde die von ihr mit betreute Arbeit. Die ebenso fundierte wie ausgewogenen Studie zur Entwicklung der Geographie in der DDR werde noch lange ein Standardwerk der Institutionengeschichtsschreibung in der Geographie bleiben.



Dr. Andreas Schellenberger erhält den Dissertationspreis für Physische Geographie des VGDH
(c) Deutsche Gesellschaft für Geographie e.V.

Den Dissertationspreis des VGDH für Physische Geographie erhielt Andreas Schellenberger für seine Arbeit "The NW-Argentinian loess record and its implications for climate history in South America over the past 1.2 Ma". Die von ihm untersuchten Löss-Ablagerungen im Nordwesten Argentiniens sind die einzigen terrestrischen Sedimente auf der gesamten Südhalbkugel, in denen die Klimaentwicklung der letzten 1,2 Millionen Jahre nahezu lückenlos dokumentiert ist. In aufwändiger Feldarbeit und mit hochmodernen Analyseverfahren ist es dem Nachwuchswissenschaftler vom Geographischen Institut der Universität Bern gelungen, zyklische Schwankungen des südamerikanischen Monsunsystems nachzuweisen und Fernwirkungen des Klimageschehens der hohen Breiten der Nordhemisphäre aufzuspüren. Die Daten ermöglichen zudem aufschlussreiche Vergleiche mit anderen Klimaarchiven wie den chinesischen Lössprofilen oder Bohrkernen aus dem Eis der Polarregionen und vom Meeresboden. Beeindruckt hat die Jury das außerordentlich hohe wissenschaftliche Niveau der "facetten- und ideenreichen sowie bestens fundierten Arbeit", mit der Andreas Schellenberger wesentliche Lücken der Quartärforschung in Südamerika bearbeitet habe. Die Dissertation liegt mit ihrem Kernstück in Form von vier Publikationen in renommierten internationalen Fachzeitschriften vor.

Der Dissertationspreise des VGDH werden alle zwei Jahre zum Deutschen Geographentag verliehen. In den vergangenen Jahren gingen Auszeichnungen unter anderem an Martina Neuburger (2003; für ihre Dissertation "Pionierentwicklung im Hinterland von Cáçeres/Mato Grosso, Brasilien"), Peter Houben (2003; für seine Arbeit "Die räumlich-zeitlich veränderte Reaktion des fluvialen Systems auf jungquartäre Klimaänderungen") und Ivo Moßig (2001; für seine Doktorarbeit "Räumliche Konzentration der Verpackungsmaschinenbau- Industrie in Westdeutschland").

Der Verband der Geographen an Deutschen Hochschulen ist die Interessenvertretung für alle an Hochschulen tätigen Geographen gegenüber Politik, Verwaltung und Forschungsförderung. Er leistet den Transfer von Erkenntnissen aus geographischer Wissenschaft und Forschung in die Öffentlichkeit. Der VGDH ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Geographie, der Dachorganisation der geographischen Verbände und Gesellschaften in Deutschland. Weitere Informationen: Deutsche Gesellschaft für Geographie e.V. Dr. Peter Wittmann Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 0341/255-6574, Fax: -6598