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Routenplaner für Deutschlands Naturwunder

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 17.11.2016 13:34 — abgelaufen

Die ultimative Bestandsaufnahme deutscher Geo-Attraktionen liefert seit Mai das Buch "Faszination Geologie - die bedeutendsten Geotope Deutschlands" der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover. Insgesamt 77 begehbare Momentaufnahmen der Erdgeschichte durchschreiten die Autoren des Sammelbandes, vom Morsum-Kliff auf Sylt bis hinunter in die oberbayerische Partnachklamm.

Im Inneren eines dahinrasenden Hochgeschwindigkeitszuges oder eingezwängt zwischen den Lärmschutzwenden der A3 sind Bahnhöfe und Autobahnabfahrten meist die einzigen Wegpunkte, die von den durchquerten Landschaften in Erinnerung bleiben. Dabei schlummern jenseits der Hauptverkehrsrouten, manchmal nur einen Steinwurf von der täglichen Fahrt zum Arbeitsplatz entfernt, natürliche Sehenswürdigkeiten, die man als geologisch unbedarfter Normalbürger der deutschen Landschaft gar nicht zugetraut hätte - so zum Beispiel Geysire, Saurierfährten oder Meteoritenkrater. Insgesamt 77 dieser Naturwunder, allesamt bereits 2005 im Rahmen des Wettbewerbs "Die bedeutendsten Geotope Deutschlands" der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover e.V. (AGH) ausgewählt, im Mai dieses Jahres mit der Bezeichnung "Nationaler Geotop" ausgezeichnet und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit dem "planeterde"-Gütezeichen geehrt, sind nun auch in kompakter Buchform zusammengefasst. "Der Wettbewerb zeugt von der bisher in Deutschland nicht gekannten 'Faszination Geologie', was dieses Buch zu belegen versucht", so AGH-Präsident Horst Quade und AGH-Geschäftsführer Ernst-Rüdiger Look im gemeinsamen Vorwort. Dies ist Look, Co-Redakteur Ludger Feldmann sowie den über 80 Autoren des Buches ganz sicher gelungen, so viel sei an dieser Stelle bereits verraten.

Das große Plus des Sammelbandes ist sicherlich seine Pionier-Rolle. Noch nie zuvor sind geologische Highlights in solch kompakter, übersichtlicher und Touristen-freundlicher Form erschienen. Vor allem der letzte Punkt macht aus dem Buch mehr als nur bloße Gesamtschau, nämlich eine Art geologischen Reiseführer. So werden die Steckbriefe der einzelnen Landschaften durch abschließende Internetlinks und Literaturverweise ergänzt. Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, muss so nicht auf eigene Faust weiterführende Informationen zusammentragen, sondern gelangt sofort an die richtigen Adressen und Ansprechpartner. Auch der geographisch etwas unbedarftere Leser bleibt bei der Lektüre der Texte keineswegs auf der Strecke. Eine kleine Deutschlandkarte mit den einzelnen Bundesländern zeigt immer, wo man sich gerade befindet und ob das dargestellte Naturhighlight nicht vielleicht sogar direkt um die Ecke liegt.

Stichwort Text: So unterschiedlich die 77 einzelnen Geotope, so unterschiedlich ist leider auch der Stil der einzelnen Texte. Hier wäre ein deutlicherer roter Faden, also etwas mehr als das bloße gestalterische Grundgerüst, wünschenswert gewesen. Und auch was die Optik des Buches selbst anbelangt, gibt es ein Minus zu beklagen. Der Inhalt des Bildmaterials ist zwar thematisch klug gewählt, die Qualität der großformatigen Einstiegsfotos, die dem Geotop-Steckbrief gegenüber gestellt sind, lässt jedoch in einigen Fällen zu wünschen übrig.

Trotzdem, unser Fazit fällt positiv aus. "Faszination Geologie" zeigt eindrucksvoll, welche Naturwunder Deutschland bereit hält und vor allem wo man sie findet. Sowohl Geoexperten als auch Laien dürften an den Buch Gefallen finden können und es als praktischen Tourguide für den nächsten Ausflug bereits fest einplanen.

TM, iserundschmidt 06/2006

Weitere Informationen zum Buch "Faszination Geologie - die bedeutendsten Geotope Deutschlands" erhalten Sie hier.

Eine Auflistung der Geotope finden Sie hier.


Seit 2002 findet jährlich im September der "Tag des Geotops" statt. Gestaltet wird der Tag des Geotops von Geo-Museen, Geowissenschaftlichen Vereinigungen, Universitätsinstituten, Heimatvereinen, den Betreibern von Geoparks, Geologischen Wanderpfaden und Lehrpfaden, Besucherbergwerken, Schauhöhlen, Findlingsgärten, Gesteinsgärten, Moorgärten und ähnlichen Einrichtungen.

Das Programm des Tags des Geotops 2006 wird hier ab Herbst 2006 zu finden sein.