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Fahrtleiter-Logbuch: 11. April 2008

erstellt von aahke zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Wie lebt und arbeitet es sich auf einem Forschungsschiff? Bremer Forscher am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) an der Universität Bremen beantworten Fragen rund um die Meeresforschung direkt von Bord. In Zusammenarbeit mit dem MARUM berichten sie vom 11. bis zum 24. Mai im METEOR-BLOG auf planeterde.de über ihren Arbeitstag auf der METEOR. Meeresforschung hautnah können Sie im Fahrtleiter-Logbuch, geführt von PD Dr. Matthias Zabel und Dr. Tim Ferdelman, erleben. planeterde präsentiert das Online-Tagebuch in Kooperation mit dem MARUM an der Universität Bremen.

Logbuch METEOR-Expedition M76/1 11. April 2008


10. April 2008; Kapstadt (Südafrika); 33°55’S, 18°27’E; 15-26°C; schwacher Wind aus SSE

Nach fast 19-stündiger Anreise kamen die ersten Bremer Teilnehmer der Expedition M76/1 am 8. April um 4:40 Uhr in Kapstadt an. Derzeit besteht kein Zeitunterschied zwischen Deutschland und Südafrika, sodass wir die frühe Morgenstunde zunächst dafür nutzten sich in Ruhe im Hotel einzuquartieren und kurz auszuruhen. Noch am gleichen Vormittag an Bord, erwartet die Kollegen eine erste gute Nachricht. Alle zehn 20‘-Container, die vor Wochen in Deutschland gepackt und verschifft wurden, waren heil im Hafen von Kapstadt angekommen. Der Großteil kam bereits am frühen Nachmittag an Bord und wir haben sie schon teilweise entladen. Die umfangreiche Ausrüstung bringt die „Meteor“ fast an ihre Kapazitätsgrenze. Mittlerweile trafen weitere 9 wissenschaftliche Teilnehmer gesund und gut gelaunt ein und die sehr umfangreichen Vorbereitungen der Ausfahrt sind in vollem Gange. Überall werden Kabelstränge verlegt, Geräte aufgebaut und Kisten verstaut, wird gehämmert, geschraubt und angeschlossen.


M76 - 11. April: Bild 1











Das Aussetzgestell des MeBo wird auf dem Deck der Meteor im Hafen von Kapstadt installiert.Foto: MARUM

Hauptarbeitsgerät während der kommenden 5 Wochen soll das am Bremer MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften gemeinsam mit verschiedenen Firmen entwickelte Meeresbodenbohrgerät, kurz MeBo sein (s. Foto). Alleine für dieses hochtechnologische Gerät und die dazugehörige Ausrüstung sind sech große Container mit einem Gesamtgewicht von ca. 80 Tonnen erforderlich. Alleine zehn Spezialisten mit unterschiedlichen, technischen Ausbildungen sind beschäftigt um die bis zu zweitägigen Einsätze des MeBo in Wassertiefen bis zu 2000m zu bewerkstelligen. Hierzu, wie natürlich auch zu den wissenschaftlichen Themen dieser Expedition und dem Alltagsleben an Bord, in den kommenden Wochen noch Vieles mehr.

Ein wichtiger Punkt zu Beginn und am Ende einer jeden Expedition ist die Übergabe an die nachfolgende Crew. Dies betrifft sowohl die Wissenschaftlicher wie auch Schiffsbesatzung. Jeder Personenwechsel, vom Kapitän bis zum Decksschlosser, vom Techniker bis zum wissenschaftlichen Leiter, macht es erforderlich, dass wichtige Informationen zum Zustand des Schiffs, der Geräte, aber auch logistischer Dinge, wie der Bestand des Proviants, an den jeweiligen Nachfolger weitergegeben werden. Um 64 Menschen an Bord eines ca. 100m langen Schiffes 5 Wochen rund um die Uhr gut zu versorgen, kommt Letzterem eine nicht gerade unwichtige Bedeutung zu. So wurden gestern und heute mehrere, mit unterschiedlichen Lebensmittel wie frischem Obst, Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken voll beladene Paletten in den Kühlräumen der Meteor eingelagert.


M76 - 11. April: Bild 2
















Die Ausrüstung für das MeBo füllt fast jeden Zentimeter des Arbeitsdecks.

Wenn alles weiterhin nach Plan verläuft, trifft morgen früh die Hauptgruppe der wissenschaftlichen Teilnehmer ein. Dann füllen sich auch die zahlreichen Laborräume auf der Meteor in Windeseile mit einer Vielzahl an mitgebrachten Messgeräten, Computern und weiteren Versuchsaufbauten. Nach einem letzten Funktionstest des MeBo noch im Hafen von Kapstadt, steht dem Beginn der Expedition M76/1 am Samstag, dem 12.04., hoffentlich nichts mehr im Wege. Mit diesem Wunsch endet der erste Protokolleintrag. Es grüßt im Namen aller an dieser Reise Beteiligten,

Matthias ZAbel






Matthias Zabel



ARCHIV: Archiv METEOR: Fahrtleiter-Logbuch

Hier finden Sie alle Einträge
in das Fahrtleiter-Logbuch
ab dem 11. April 2008.
Autoren:
PD Dr. Matthias Zabel und Dr. Tim Ferdelman



Das Logbuch ist eine Kooperation mit dem MARUM in Bremen. Zum Fahrtleiter-Logbuch auf den Seiten des MARUM geht es hier.