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POSEIDON-Blog 12.&13. Juni: Eine zweite Poseidonpassage?

erstellt von aahke zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Seit dem 2. Juni berichten Fahrtleiter Tilo von Dobeneck und sein Team von Bord des deutschen Forschungsschiffs POSEIDON. Der Geophysiker berichtet heute im Blog über die Suche nach einer zweiten Poseidonpassage.

Poseidon-Logbuch P363/3

Vigo - Vigo



Thilo von DobeneckFahrtleiter und Geophysiker, Tilo von Dobeneck führt mit seinem Team im POSEIDON-Logbuch durch die Tage im letzten Fahrtabschnitt dieser Forschungsreise. Am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM koordiniert er den Forschungsbereich „Sedimentationsprozesse“ und bestimmt an der Universität Bremen die Geschicke in der Abteilung Marine Geophysik.






Autor: Tilo von Dobeneck



12.-13. Juni: Vom hohen Norden zum tiefen Süden

Kerne am laufenden Meter

Die Einsätze von Schlitten und Vibrocorer sind längst Routine geworden, beide Gruppen teilen sich den Tag, die Kernnahme bekommt jeweils das (etwas) bessere Wetter, denn der Hai ist auch bei höherem Seegang noch recht sicher einzusetzen. Die Wände im Geophysiklabor füllen sich mit Hendriks Profilgrafiken, der Stationsordner von Alba wird immer dicker und die Gitterboxen auf und unter Deck füllen sich mit Sedimentkernen am laufenden Meter.

Eine zweite Poseidonpassage?

Um die Identifizierung der Poseidonpassage als Abflussrinne für Schwebefracht vom inneren zum äußeren Schelf festzuklopfen, muss man prüfen, ob weitere Wegsamkeiten dieser Art im Norden existieren. Daher untersuchen wir mit dem gelben Elektromagnetik-Hai auf einer 20 Seemeilen lange Kurvenbahn die Übergangszone vom westlichen zum nördlichen galizischen Schelf. Die Bilanz: Über weite Strecken nichts als schwachmagnetische Glaukonitsande, kein Hinweis auf eine zweite bedeutende Passage. Erst zum Ende des Profils nimmt die Suszeptibilität wieder etwas zu und deutet auf feinere Sedimente hin.

Volltreffer an der südlichen Schelfkante

Die folgende südliche Fortsetzung des Schelfkantenprofils liefert Hinweise auf eine zweite Schwebfracht-Passage entlang einer sich in der Multibeam-Messung deutlich abzeichnenden Rinne, die sich entlang einer "Verwerfung", einer Vertikalverschiebung benachbarter Gesteinseinheiten, ausgebildet hat. Diese Rinne wird ebenso wie die nördliche Passage mit einem nächtlichen Backengreiferprofil hochauflösend beprobt. Damit geht unser Forschungsprogramm im Nordabschnitt des westlichen galizischen Schelfs seinem Ende entgegen und wir wenden uns wieder dem Süden zu. Wir haben in dieser berüchtigten Wetterküche zwar wie erwartet viel Wind bei meist strahlend blauem Himmel erlebt, aber dennoch alle Ziele erreichen können. Auf nach Süden in portugiesische Gewässer!

Viele Grüße,
Tilo von Dobeneneck


poseidon 18. und 19. Juni: zweiter Hai an Bord

















Der "zweite Hai" an Bord



Weitere Informationen:


Wo ist POSEIDON jetzt?

Zur aktuellen Position des Forschungsschiffes hier.

Mehr über den offiziellen Träger der Fahrt EUROPROX:der European graduate school - proxies in
earth history
unter www.europrox.de.


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