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Poseidon-Blog: 29.-31. Mai - Ankunft bei Freunden

erstellt von aahke zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Seit dem 3. Mai ist das deutsche Forschungsschiff POSEIDON im Rahmen des Internationalen Graduiertenkollegs EUROPROX auf Forschungsexpedition. Ausgangspunkt des dritten und letzten Fahrtabschnitts ist die westspanische Hafenstadt Vigo, in der das Forschungsschiff mit spezieller Messtechnik bestückt wird. Von Bord berichtet Fahrtleiter Tilo von Dobeneck.

Poseidon-Logbuch P363/3

Vigo - Vigo



Thilo von DobeneckFahrtleiter und Geophysiker, Tilo von Dobeneck führt im POSEIDON-Logbuch durch die Tage im letzten Fahrtabschnitt dieser Forschungsreise. Am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM koordiniert er den Forschungsbereich „Sedimentationsprozesse“ und bestimmt an der Universität Bremen die Geschicke in der Abteilung Marine Geophysik.










29. - 30. Mai:

Ankunft bei Freunden

Morgens um 5:30 treffen sich erwartungsfroh, aber noch etwas verschlafen fünf schwer bepackte Fahrtteilnehmer auf dem Bremer Flughafen. Erstaunlich, wie feuchtfröhlich manche uns umgebende Spanienreisende zu dieser frühen Zeit schon sind! Aber bereits am Schalter trennen wir uns von den Horden bierdurstiger Teutonen, denn unser Flug über Paris an die grüne atlantische Nordwestküste Spaniens ist noch ein echter Geheimtipp.
Poseidon 31. Mai:  Bombe Stirnrunzeln der Kontrolleure beim Anblick eines gefährlich wirkenden
schwarzen Kästchens in unserem Fluggepäck, das rundum mit Lämpchen, Schaltern und Kabeln gespickt ist. Bombe an Bord? Nein, nur die von unserem Ingenieur Christian Hilgenfeldt entwickelte Steuereinheit unseres Tiefseeschlittens, der Vigo bereits auf dem Landweg erreicht hat.

Die vermeintliche "Bombe":
Steuereinheit des Tiefseeschlittens


Der Sinkflug durch peitschenden Regen bereitet uns auf das schlechte
Wetter der Region vor, über das bereits im vorausgehenden Fahrtabschnitt die Rede war.Poseidon 31. Mai:  Anflug Doch der nasskalte Empfang am Flughafen weicht schnell der Wärme galizischer Gastfreundschaft: Im Lokal der Universität Vigo ist eine lange Tafel aufgebaut und unsere spanischen Kollegen und Freunde Federico Vilas, Daniel Rey und Belén Rubio bewirten uns mit köstlichem Fisch und Fleisch. Später kommt die Presse dazu und lässt sich den Zweck unserer Fahrt genauestens erklären. Der "Faro de Vigo" berichtet am Wochenende ausführlich mit Foto über die Schiffsexpedition und die gemeinsamen Entwicklungsprojekte unserer Forschergruppen, die aus Technologieprogrammen der galizischen Landesregierung mit fast 100.000 Euro gefördert werden.

Ein frohes Wiedersehen am Kai gibt es auch am nächsten Morgen, als FS POSEIDON am mondänen Transatlantik-Terminal einläuft. Der Anblick des Blau-Weiß-Orange der deutschen Forschungschiffe weckt Heimatgefühle - auch wenn die meisten der neuen Fahrtteilnehmer noch Neulinge auf diesem bejahrten, aber stilvollen Schiff sind. Nach kurzen Absprachen mit Kapitän Michael Schneider und Fahrtleiterin Karin Zonneveldt entladen wir unter dem Auge des spanischen Zolls die zahlreichen Kisten und Kästen der ersten beiden Fahrtabschnitte und bringen eine Reihe von neuen Großgeräten an Bord: Das sechs Meter hohe, sechsbeinige Vibrolot zur Beprobung der sandigen Schelfsedimente, das zuvor auf der Pier zusammengeschraubt wird. Den nicht minder wuchtigen Großkastengreifer und den auch fast vier Meter langen und eine halbe Tonne schweren Elektromagnetik-Schlitten. Zunehmend lockert sich die Wolkendecke auf und am Abend liegen Stadt, Hafen und Meer in strahlender Abendsonne.

Poseidon 1. Juni: Poseidon im Hafen von Vigo













Poseidon im Hafen von Vigo


Beste Grüße,

Tilo von Dobeneck


Weitere Informationen:


Wo ist POSEIDON jetzt?

Zur aktuellen Position des Forschungsschiffes hier.

Mehr über den offiziellen Träger der Fahrt EUROPROX:der European graduate school - proxies in
earth history
unter www.europrox.de.


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Zum 31. Mai - 1. Juni: Das Kind hat einen Namen