Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Vermischtes Internationales Jahr des Planeten Erde 2008 (planeterde log) POSEIDON-Log P366/1-P366/3 POSEIDON-Logbuch 13. Mai - Freiwillig seekrank für stinkenden Schlamm

POSEIDON-Logbuch 13. Mai - Freiwillig seekrank für stinkenden Schlamm

erstellt von aahke zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Vom 3. - 19. Mai kreuzt das deutsche Forschungsschiff POSEIDON die Küstengewässer Marokkos und Mauretaniens. Direkt von Bord berichten die Bremer Forscher Jan-Berend Stuut und Inka Meyer.

Forscher-Logbuch 13. Mai 2008

P366-1 RV POSEIDON


Autoren:

Jan-Berend Stuut und Inka Meyer


Jan-Berend Stuut

Inka MeyerDr. Jan-Berend Stuut, Sedimentologe und Geologe am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM der Universität Bremen

TRUST IN DUST - ist das Credo des passionierten Sedimentologen. Sein Forschungsinteresse gilt windgetriebenen Staubpartikeln. Diese bilden, einmal im Meeresboden eingelagert, ein Archiv für die Klimabedingungen der Quellregion

und zum Ablagerungszeitpunkt der Partikel. Der gebürtige Niederländer studierte und promovierte in Mariner Geologie und Sedimentologie an der Universität Utrecht, bevor er vor sechs Jahren nach Bremen wechselte.

Diplom-Geographin Inka Meyer am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM an der Universität Bremen

Inka Meyer ist gebürtige Bremerein und frischgebackene Diplom-Geographin. Ihre Diplomarbeit über paläoklimatische Rekonstruktionen in Südpatagonien hat sie an der Universität Bremen angefertigt. Seit Anfang des Jahres ist sie als Doktorandin in der European graduate school-proxies in earth history - EUROPROX tätig.




Dienstag 13. Mai 2008


Schon gestern Abend frischte der Wind dermaßen auf (siehe Bild), dass wir die Befürchtung hatten, unsere Stationsplanung für heute ändern zu müssen. Es gab zu hoheWellen, um die schweren Geräte, mit denen das Sediment beprobt wird, zu benutzen.

Poseidon 13. Mai: Bugwelle












Bugwelle


Im Laufe des Vormittags beruhigten sich Wind und Wellen (und unsere Mägen) allerdings wieder, so dass wir auf der Fahrt ein bisschen Kraft tanken (siehe Bild) und an der Station doch wie geplant arbeiten konnten.

Als Letztes stehen nun noch die Wasserpumpen auf dem Programm, die bis in die Nacht weiter laufen werden. Danach steht ein Transit in Richtung Küste an, wo wir die Arbeit morgen früh fortsetzen.


POSEIDON 13. Mai: Erholung auf Deck












Erholung bei einem Sonnenbad an Deck.


Abschliessend ein paar Worte zu unserer Motivation:

Warum sind wir eigentlich Geowissenschaftler? Warum begeben wir uns freiwillig an Bord von Schiffen, auf denen wir nur seekrank werden? Warum warten wir mitunter stundenlang, bis die Geräte wieder an Deck sind und freuen uns dann über den stinkenden Schlamm, den sie ans Tageslicht befördern?

Die Antwort ist: Neugier, und die Freiheit und Möglichkeit, sich interessante Forschungsfragen auszudenken und diese versuchen zu beantworten.

Insbesondere in der Meeresgeologie haben wir die Möglichkeit, mehr über vergangene Klimabedingungen der Erde herauszufinden, um so die Mechanismen und Prozesse die das Klima steuern, besser

verstehen zu können. Unserer Meinung nach ist dies wichtig, um so Aussagen über zukünftige Klimaentwicklungen treffen zu können.

Unsere Arbeit ist interdisziplinär und bietet uns die Chancen mit vielen
interessanten Leuten aus unterschiedlichen Fachgebieten zusammenzuarbeiten, und bringt uns außerdem um die ganze Welt!! Das alles zusammen macht uns unheimlich viel Spaß!

Liebe Grüße,

Inka & Jan-Berend


Weitere Informationen:


Wo ist POSEIDON jetzt?

Zur aktuellen Position des Forschungsschiffes hier.


Mehr über den offiziellen Träger der Fahrt EUROPROX:der European graduate school - proxies in
earth history
unter www.europrox.de.