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POSEIDON-Logbuch 9. Mai - Wale voraus!

erstellt von aahke zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Vom 3. - 19. Mai kreuzt das deutsche Forschungsschiff POSEIDON die Küstengewässer Marokkos und Mauretaniens. Direkt von Bord berichten die Bremer Forscher Jan-Berend Stuut und Inka Meyer.

Forscher-Logbuch 9. Mai 2008

P366-1 RV POSEIDON


Autoren:

Jan-Berend Stuut und Inka Meyer


Jan-Berend Stuut

Inka MeyerDr. Jan-Berend Stuut, Sedimentologe und Geologe am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM der Universität Bremen

TRUST IN DUST - ist das Credo des passionierten Sedimentologen. Sein Forschungsinteresse gilt windgetriebenen Staubpartikeln. Diese bilden, einmal im Meeresboden eingelagert, ein Archiv für die Klimabedingungen der Quellregion

und zum Ablagerungszeitpunkt der Partikel. Der gebürtige Niederländer studierte und promovierte in Mariner Geologie und Sedimentologie an der Universität Utrecht, bevor er vor sechs Jahren nach Bremen wechselte.

Diplom-Geographin Inka Meyer am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften MARUM an der Universität Bremen

Inka Meyer ist gebürtige Bremerein und frischgebackene Diplom-Geographin. Ihre Diplomarbeit über paläoklimatische Rekonstruktionen in Südpatagonien hat sie an der Universität Bremen angefertigt. Seit Anfang des Jahres ist sie als Doktorandin in der European graduate school-proxies in earth history - EUROPROX tätig.




Freitag 9. Mai 2008


Heute verlief der Tag ähnlich wie gestern: in der Nacht wurde mit der
Beprobung der Wassersäule angefangen und tagsüber wurden Kerne aus dem Meeresboden genommen.

Auf dem Transekt vom tiefen Ozean in Richtung Küste merken wir ganz deutlich, dass wir von einem nährstoffarmen in ein nährstoffreiches Gebiet geraten. Zum einen kann man dies an der
Wasserfarbe erkennen, die sich von einem tiefem Blau in einen blau-grün Ton verändert hat, zum anderen nimmt der Gehalt an organischer Substanz zu. Am auffälligsten wird dies durch die Farbe und den deutlichen Schwefelgeruch beim Öffnen der Kerne.

Poseidon 9. Mai: Fliegende Fische












Auch ein "fliegender Fisch" hat sich schon auf die POSEIDON verirrt.

Ein weiterer Hinweis für nährstoffreiche Gewässer ist die steigende Anzahl an Plankton im Wasser und folglich auch die der Fische und Vögel. Der Nährstoffreichtum der Küstengewässer Nordwest
Afrikas wird durch einen Prozess verursacht, den man Auftrieb nennt und der mit den Passatwinden zusammenhängt. Einfach gesagt wird das Oberflächenwasser durch die Winde von der Küste weggedrückt und durch kaltes nährstoffreiches Tiefenwasser ersetzt.

Am frühen Abend haben wir sogar unsere ersten Wale gesehen! Etwa 15 graue Wale schwammen am Schiff vorbei. Ein unglaubliches Erlebnis! Wir hoffen natürlich in den nächsten Tagen auf noch mehr Meerestiere.



Liebe Grüße,

Inka & Jan-Berend


Weitere Informationen:


Wo ist POSEIDON jetzt?

Zur aktuellen Position des Forschungsschiffes hier.


Mehr über den offiziellen Träger der Fahrt EUROPROX:der European graduate school - proxies in
earth history
unter www.europrox.de.


Poseidon 9. Mai: Kernschlachterei























Jan-Berend Stuut und Inka Meyer voll in ihrem Element: Scheibe um Scheibe wird eine Sedimentkern für spätere Untersuchungen im Labor zerlegt.