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Abschied von FS A. v. Humboldt

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Rostocker Forschungsschiff startet von Kiel aus zu seiner letzten Heimfahrt

Nach 34 Jahren im Dienste der deutschen Meeresforschung wird am kommenden Montag, den 6. September das Rostocker Forschungsschiff A. v. Humboldt zu seiner letzten Heimreise starten. Dass diese Fahrt von den Kaianlagen des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften am Düsternbrooker Weg aus geht, ist symptomatisch für eine gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Meeresforschungseinrichtungen in Kiel und Rostock. Und so sind seit der Wende auch viele Kieler mit der zu der Gruppe der so genannten mittelgroßen deutschen Forschungsschiffe gehörenden Humboldt gefahren - vorzugsweise in den Nordatlantik, in Nord- und Ostsee. Besonders begehrt waren die Plätze nachdem Ende der 90er Jahre die beiden Forschungsschiffe FS Valdivia aus Hamburg und FS Victor Hensen aus Bremerhaven aus der Fahrt genommen worden waren. Mit der Ausserdienststellung der Humboldt verlieren folglich nicht nur die Warnemünder Wissenschaftler eine wichtige Arbeitsplattform.


(c) Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Zu einer ersten Verbesserung wird der Neubau des Forschungsschiffes Maria S. Merian führen, die zurzeit mit Mitteln des Bundesforschungsministeriums und der norddeutschen Länder von der Kröger Werft in Schacht-Audorf gebaut wird. Sie soll im Sommer des nächsten Jahres an die deutsche Meeresforschung übergeben werden.

Die A. v. Humboldt lief am 27.2.1967 als Spezial-Zubringertrawler auf der Peene-Werft Wolgast vom Stapel und kam in den ersten Jahren, damals noch als "Georgius Agricola" als geophysikalisches Forschungsschiff zum Einsatz. Die Namensänderung erfolgte mit der Übergabe des Schiffes an das Institut für Meereskunde in Warnemünde im Mai 1970. Das 64,23 m lange Schiff (BRT: 1249) konnte bis zu 12 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beherbergen. Eine vielseitige Ausstattung ermöglichte den Einsatz für fast alle Fachrichtungen der Meeresforschung. Während in den 1970er und zu Beginn der 1980er Jahre das Einsatzgebiet der Humboldt überwiegend im Nord- und Südatlantik lag, wurde es nach der Wende zumeist in der Ostsee eingesetzt. Ihre letzte große Forschungsfahrt ging allerdings noch einmal in den Südatlantik: vom 5. 12. 2003 bis 2. 7. 2004 war die Humboldt im Seegebiet vor Angola, Namibia und Südafrika unterwegs. Arbeitsgruppen unterschiedlicher Fachrichtungen aus Warnemünde, Hamburg und Bremen untersuchten auf insgesamt 7 Fahrtabschnitten die Ursachen von Methan- und Schwefelwasserstoff-Ausbrüchen auf dem Schelf vor Namibia. Auf zwei weiteren Fahrtabschnitten wurden Trainingskurse für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Region durchgeführt. Das umfangreiche Proben- und Datenmaterial ist zurzeit noch nicht ausgewertet, verspricht jedoch neue Erkenntnisse zu den Stoffkreisläufen in diesem für die Fischereiwirtschaft wichtigen Seegebiet.

Die FS A.v.Humboldt wird im Laufe des Sonntags von ihrem letzten Einsatz im Nordatlantik in Kiel ankommen und am 6. September gegen 7 Uhr morgens in Richtung Warnemünde auslaufen. Mit an Bord werden zahlreiche "Humboldt-Fahrer" sein. Die Kieler Vertretung hat Frau Prof. Dr. Karin Lochte übernommen, die selbst mehrfach wissenschaftliche Fahrtleiterin auf FS A.v.Humboldt gewesen ist.

Kontakt: Dr. Andreas Villwock
Leibniz-Institut für Meereswissenschaften Kiel
Tel.: 0431 600-2802

Dr. Barbara Hentzsch
Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
Tel.: 0381 5197 102

Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde und das Institut für Meereswissenschaften Kiel sind Mitglieder der Leibniz Gemeinschaft.