Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Vermischtes Presse Intelcities - Forschung fuer die Stadt der Zukunft

Intelcities - Forschung fuer die Stadt der Zukunft

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Im Rahmen des europaweiten Forschungsprojekts Intelcities arbeitet das Fraunhofer-Institut SIT mit IT-Dienstleistern und Staedten wie Berlin und Dresden daran, kommunale Datenbestaende wirtschaftlich nutzbar zu machen. Ziel ist die Schaffung von Standards und Plattformen zum einfachen und sicheren Datenaustausch so genannter Geo-Informationen.

Staedte und Dienstleister besitzen zahlreiche Informationen ueber Grundstuecke, Strassen und Leitungsnetze. Der Austausch und die automatische Weiterverarbeitung dieser so genannten Geodaten sind jedoch bislang nicht moeglich. Im Rahmen des Intelcities-Projekts arbeitet das Fraunhofer-Institut fuer Sichere Telekooperation SIT jetzt mit Partnern an der Entwicklung von Plattformen zur besseren Nutzung von Geodaten. "Ziel ist es, europaweite Standards und Infrastrukturen zu entwickeln, die den Kommunen eine Optimierung ihrer Verwaltung erlauben und gleichzeitig Stadtplanern und anderen Dienstleistern eine automatische Weiterverarbeitung von Geodaten ermoeglicht", sagt SIT-Projektleiter Thorsten Henkel. "Dabei spielen Fragen des Datenschutzes, Rechtemanagements und der IT-Sicherheit natuerlich eine wichtige Rolle." Mit 18 europaeischen Staedten, 20 Firmen und 36 wissenschaftlichen Einrichtungen und einem Projektbudget von 6,8 Millionen Euro ist Intelcities das groesste Forschungsprojekt zur Geodaten-Nutzung in Europa.



Stellen Sie sich vor, Sie suchen ein Baugrundstueck. Waere es nicht schoen, wenn man einfach seine Wuensche in einen Internet-Dienst eingeben koennte und nach wenigen Sekunden eine Karte mit allen geeigneten Bauplaetzen angezeigt bekaeme. Buergern dies zu ermoeglichen ist eines der Ziele von Intelcities. Der Clou: Das ganze soll mit einem normalen Browser funktionieren. Dadurch koennten beispielsweise Buerger, Bauherren oder Architekten die internetgestuetzte Plattform nutzen, ohne zusaetzliche Software installieren zu muessen.

Desweiteren geht es darum Staedte in die Lage zu versetzen, mit weniger Personal groessere Mengen an Geodaten zu verwalten. Stadtplaner und Dienstleister hingegen suchen eine Moeglichkeit, gezielt bestimmte Datenquellen zu nutzen, um geobasierte Mehrwertdienste anbieten zu koennen. Zwar existieren bereits entsprechende Systeme. Aber weil diese hoechst unterschiedlich sind, ist ein reibungsloser Datenaustausch bislang nicht moeglich. Intelcities will dies durch neue IT-Loesungen aendern. So koennten beispielsweise Stadtplanungsprozesse durch gleichzeitige Datennutzung vereinfacht und beschleunigt werden. Gleichzeitig liessen sich auf Staedteseite Kosten reduzieren oder durch den Verkauf von Geodaten neue Einnahmemoeglichkeiten finden. Dienstleister hingegen koennten endlich von den kommunalen Datenbestaenden profitieren, ohne aufwendige Datenerhebung und -pflege betreiben zu muessen. Datenschutz und ausreichende IT-Sicherheit der Beteiligten muessen dabei natuerlich gewaehrleistet sein.

Die Geodaten-Nutzung ist Teil des Intelcities-Schwerpunktfeldes Land Use Information Management, dessen Aktivitaeten vom Fraunhofer-Institut SIT koordiniert werden. Das Projekt ist auf fuenf Jahre angelegt. Derzeit ermitteln die Wissenschaftler Daten und Beduerfnisse der Staedte, um auf dieser Basis in den Folgemonaten die Standards und Infrastrukturen zu entwickeln. Hierauf koennen dann zukuenftige Anwendungen aufsetzen. Eine sinnvolle Nutzung der Geodaten ist dabei nur moeglich, wenn eine automatische Weiterverarbeitung der Informationen gewaehrleistet ist. Ein Stadtplaner oder Dienstleister, der etwa nur an den Gasleitungen einer Region interessiert ist, moechte diese Daten schliesslich nicht erst bei einzelnen Staedten zusammensuchen oder aus deren gesamtem Datenbestand extrahieren muessen. Erste Ergebnisse erwartet das Fraunhofer-Institut SIT gegen Ende des Jahres.

Kontakt:

Oliver Kuech (Pressereferent)
Fraunhofer-Institut fuer Sichere Telekooperation SIT
Rheinstr. 75
64295 Darmstadt
Fon 06151 869-213
Fax 06151 869-224

Weitere Informationen:
www.sit.fraunhofer.de/intelcities
www.intelcitiesproject.com/wp04.html