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Satellitendaten fuer den Umweltschutz

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Gemeinsame Presseinformation mit dem Bundesumweltministerium (BMU) Gemeinsamer Datenpool von Bund und Laendern kann Kosten senken und Effizienz erhoehen Daten aus Satellitenmissionen bieten zahlreiche Anwendungsfelder im Umwelt- und Naturschutz. Welche Vorteile bietet die Nutzung von Satellitenfernerkundungsdaten (SFE-Daten) im Vergleich zu konventionellen Methoden des Umweltmonitoring? Diese Frage wurde in einer vom BMU gemeinsam mit dem UBA beim Deutschen Zentrum fuer Luft- und Raumfahrt in Auftrag gegebenen Studie beantwortet. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Verwendung von SFE-Daten fuer umweltpolitische Zwecke konventionelle Methoden ergaenzen und teilweise ersetzen kann. Sie empfiehlt einen gemeinsamen Datenpool fuer SFE-Daten von Bund und Laendern einzurichten und zu betreiben.

Globale Probleme des Umwelt- und Naturschutzes verlangen globale Antworten. Weltraumgestuetzte Beobachtungssysteme sind bereits heute bei Wettervorhersagen und in der Klimaforschung nicht wegzudenken. Koennen SFE-Daten auch fuer Zwecke des Umwelt- und Naturschutzes als Ergaenzung oder gar als Ersatz fuer konventionelle Beobachtungssysteme eingesetzt werden? Stehen Aufwand der Hochtechnologie und Nutzen fuer die Umweltpolitik in einem vernuenftigen Verhaeltnis? Diese Fragen waren Kern der vom BMU in Auftrag gegebenen Studie "Anforderungsanalyse der Nutzung von satellitenbasierten Erdbeobachtungssystemen fuer die Umweltpolitik (SATUM)".

Das BMU griff damit die in einem fraktionsuebergreifenden Beschluss des Deutschen Bundestages an die Bundesregierung gestellten Fragen auf: "Zur Erfuellung welcher rechtlich verpflichtenden Aufgaben lassen sich SFE-Daten einsetzen, wie viel kostet dies und wie effizient ist die Nutzung von SFE-Daten im Vergleich zu konventionellen Methoden?". (BT-Drs. 14/8034 vom 23.01.2002) Mit der SATUM-Studie werden nun fuer den Umweltbereich die wichtigsten Fragen beantwortet. SFE-Daten bieten in den Bereichen Umweltbeobachtung sowie Umweltanalyse wertvolle Informationen, sie stehen zeitnah zur Verfuegung und decken auch solche Gebiete ab, die mit herkoemmlichen Methoden bisher nur unvollstaendig erfasst werden konnten. Sie koennen sowohl zur Risikovorsorge als auch zum Katastrophenmanagement genutzt werden. Aus langfristigen Beobachtungsreihen lassen sich Veraenderungen ablesen und Prognosen erstellen. Im Einzelnen koennen - so das Ergebnis der Studie - SFE-Daten zur Unterstuetzung zahlreicher Politikfelder eingesetzt werden. Im Bereich Klimaschutz und Schutz der Erdatmosphaere, beim Meeresschutz ebenso wie bei der Hochwasserprognose, bei der Analyse von Veraenderungen der Landbedeckung und Landnutzung lassen sich aus SFE-Daten wesentliche Erkenntnisse ableiten. Auch das Monitoring internationaler Konventionen wie zum Beispiel CO2-Senken im Rahmen des Kyotoprotokolls kann durch SFE-Daten effizient unterstuetzt werden. Die SATUM-Studie ist somit ein wesentlicher Beitrag des BMU fuer das europaeische Projekt "Global Monitoring for Environment and Security (GMES)" zum Aufbau einer eigenstaendigen europaeischen Kapazitaet zur Ueberwachung von Umwelt und Sicherheit. GMES wiederum bildet das europaeische Kernelement fuer GEOSS, ein in 2003 von den G8-Staats- und Regierungschefs auf den Weg gebrachtes globales Erdbeobachtungssystem. SATUM empfiehlt, einen gemeinsamen Datenpool fuer SFE-Daten von Bund und Laendern einzurichten und zu betreiben. Durch die Mehrfachnutzung derselben SFE-Daten in unterschiedlichen Fachaufgaben entstehen Synergieeffekte, die eine Kostensenkung und eine Effizienzsteigerung zur Folge haben. SATUM macht ferner deutlich, dass die langfristige Verfuegbarkeit von SFE-Daten eine unverzichtbare Voraussetzung fuer deren Nutzung in der Umweltpolitik bildet. Derzeit stammen die SFE-Daten neben den Wettersatelliten von zeitlich befristeten Forschungsmissionen; zunehmend versuchen auch private Anbieter, SFE-Daten zu vermarkten. Mit den Ergebnissen von SATUM kann die Weiterentwicklung der SFE-Technologie besser auf die Nutzerinteressen abgestellt und die Effizienz des Umweltmonitoring erhoeht werden.

Die Studie "Anforderungsanalyse der Nutzung von satellitenbasierten Erdbeobachtungssystemen fuer die Umweltpolitik (SATUM)" ist in der Reihe TEXTE des UBA als Nr. 32/04 sowie als CD-ROM erschienen. Sie umfasst 120 Seiten und ist kostenlos erhaeltlich beim

Umweltbundesamt,
Zentraler Antwortdienst,
Postfach 33 00 22, 14191 Berlin (Postkarte),
Fax 030/89 03-2912,
info@umweltbundesamt.de

Sie ist im Internet unter www.bmu.de/umweltinformation sowie unter www.umweltbundesamt.de als pdf-Version verfuegbar.

Berlin, den 03.09.04