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Forschungskooperation mit Australien und Neuseeland an Bord der "SONNE"

erstellt von aloos zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Wissenschaftliche Zusammenarbeit Deutschlands mit asiatisch-pazifischen Raum nimmt seit Jahren zu

In den kommenden Tagen wird in Wellington das 25-jährige Bestehen des Abkommens zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) zwischen Deutschland und Neuseeland gefeiert. Die Zusammenarbeit mit Australien blickt sogar auf eine noch längere Tradition zurück. Zu diesem Anlass wird eine deutsche Delegation in die Region reisen. Das deutsche Forschungsschiff "SONNE" wird in Wellington und in Sydney Hafentage einlegen (01.12. bzw. 09.12.) und zur Besichtigung der dortigen Bevölkerung offen stehen. Die "SONNE" soll zugleich das "Jahr der Geowissenschaften 2002" in den asiatisch-pazifischen Raum tragen.

Zwischen Australien, Neuseeland und Deutschland gibt es enge Kooperationen in Wissenschaft und Forschungsförderung. Die Basis der Zusammenarbeit sind bilaterale Regierungsabkommen aus den Jahren 1974 bzw. 1977. Dadurch bestehen zum Beispiel inzwischen 145 Hochschulpartnerschaften zwischen deutschen und australischen Hochschulen. Gleichzeitig wird der Austausch von Studierenden immer intensiver: Im Jahr 2000 studierten bereits 522 deutsche DAAD-Studentinnen und -Studenten in Australien, hundert mehr als im Vorjahr. Deutsche und australische Forscher arbeiten vor allem in der Wasser- und Biotechnologie, der Umweltforschung, der Informationstechnik und der Materialforschung zusammen.

Mit neuseeländischen Instituten forschen Wissenschaftler seit 25 Jahren vor allem in den Bereichen der Umwelt- und Klimaforschung, der Biotechnologie, der Materialforschung und der Landwirtschaft. Allein in der Umweltforschung wurden im vergangenen Jahr zehn Kooperationsvorhaben durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es gibt sechs Hochschulpartnerschaften zwischen Neuseeland und Deutschland. Zudem unterstützen Stipendien- und Austauschprogramme der Alexander von Humboldt-Stiftung, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und der Deutschen Forschungsgemeinschaft die Zusammenarbeit.

Mit dem Besuch des deutschen Forschungsschiffes "SONNE" in Wellington und Sydney soll diese Zusammenarbeit auf das Gebiet der Meeres- und Geowissenschaften ausgedehnt werden. Die "SONNE" ist auf ihrer 167. Forschungsfahrt zwischen dem 12.10. und dem 02.12. zwischen Suva (Fiji), Tonga und Wellington (Neuseeland) unterwegs. Durchgeführt wird diese Reise "LOUISVILLE" von der Universität Kiel; untersucht wurde die vulkanische Aktivität auf dem Meeresboden vor Neuseeland. Die Forscher kartierten erstmals 24 untermeerische Vulkane, die dort rund 1000 Meter über dem Meeresboden aufragen. An diese Expedition schließt sich die Forschungsfahrt SO168 ("ZEALANDIA", 03.12.2002 - 16.01.2003) an, bei der das GEOMAR (Kiel) zusammen mit Berliner Wissenschaftlern und Forschern aus Neuseeland, Australien und Russland den Ozeanboden östlich von Neuseeland unter die Lupe nehmen. Das dortige Vulkangebiet, geformt beim Auseinanderbrechen des Urkontinentes "Gondwana", dient nicht nur als Archiv für die chemische Zusammensetzung des Meerwassers, sondern hat selbst diese Chemie sowie damit die Fauna und Flora entscheidend mitgeprägt. Von Bord der SONNE aus werden die Wissenschaftler unter anderem mit speziellen Baggern in bis zu 5.500 Metern Tiefe Proben vom Meeresboden nehmen.

  1. ist das "Jahr der Geowissenschaften". Ziel ist es, die geowissenschaftliche Forschung transparenter zu machen und einen lebendigen Dialog zwischen den Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit anzuregen und zu fördern. Das "Jahr der Geowissenschaften" geht auf die Initiative "Wissenschaft im Dialog" zurück, die von Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn, dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und den großen Forschungsorganisationen 1999 ins Leben gerufen wurde.

Bilder und Dokumente zum Forschungsschiff Sonne finden Sie im Bilderarchiv.