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Wie Amerika zu seinem Namen kam

erstellt von P_Wittmann zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Das Museum im Ritterhaus und die Stadtbibliothek Offenburg zeigen bis 1. April 2007 eine Ausstellung mit Kostbarkeiten der Historischen Bibliothek Offenburg. Das sensationellste Stück ist eine Globussegmentkarte von Martin Waldseemüller aus dem Jahr 1507. Der Kartograph gab dem 1492 neu entdeckten Kontinent den Namen "America".

Im kommenden Jahr feiert Amerika seinen 500. Namenstag. Rechtzeitig zu dem Jubiläum des Doppelkontinents kann das vermutlich älteste der vier erhaltenen Exemplare des "Taufscheins Amerikas" im Offenburger Museum im Ritterhaus bestaunt werden. Die etwa 18 mal 35 Zentimeter große Globussegmentkarte wurde 1507 im lothringischen Saint-Dié angefertigt und ist heute im Besitz der Stadt Offenburg. Entdeckt wurde sie erst 1993 bei einer Neuinventarisierung der Historischen Bibliothek - eingenäht in einem von Aristoteles verfassten Buch "Ethica Nicomachea", das 1541 in Freiburg gedruckt wurde. In der Ausstellung "Neue Welt und Altes Wissen. Wie Amerika zu seinem Namen kam" wird die Karte jetzt zum ersten Mal öffentlich gezeigt.

Martin Waldseemüller (um 1470-1520) zeichnete erstmals die Umrisse des neuen Kontinents und benannte ihn gemeinsam mit seinem Gelehrtenkollegen Matthias Ringmann nach Amerigo Vespucci (1451-1512), den er für den Entdecker Amerikas hielt. Er ist als Taufpate Amerikas, aber auch wegen seines Irrtums bei der Namensgebung, in die Geschichte eingegangen. Die im Holzschnittverfahren gedruckten Segmente zur Herstellung eines Erdglobus gehören zu einem dreiteiligen Werk, bestehend aus dem Buch "Cosmographiae introductio" mit vier angehängten Reiseberichten Vespuccis, einer Darstellung der Erde in Globensegmenten und einer Plankarte der Erde.

Neben der berühmten Waldseemüller-Karte präsentiert die Offenburger Schau eine Auswahl kostbarer Bücher aus dem 15. und 16. Jahrhundert, darunter Prachtbände mit Illustrationen von bedeutenden Künstlern wie Hans Baldung Grien, Urs Graf oder Hans Holbein d. J. Ein von der zeitgenössischen Künstlerin Marie Dréa inszeniertes Skriptorium, eine interaktive Installation "Weltsichten", eine digitale Buchvitrine sowie Filme von Lehrenden und Studierenden des Studiengangs Medien- und Informationswesen der Hochschule Offenburg ergänzen die Ausstellung.

"Neue Welt und Altes Wissen. Wie Amerika zu seinem Namen kam" 14. Oktober 2006 bis 1. April 2007. Museum im Ritterhaus, Ritterstraße 10, 77652 Offenburg, Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr, Mo geschlossen

Mitveranstalter ist die Stadtbibliothek Offenburg, in der ein Teil der Ausstellung zu sehen ist.

Stadtbibliothek Offenburg, Weingartenstraße 32/34, 77654 Offenburg, Öffnungszeiten: Di 10-18 Uhr, Mi/Do 13-18 Uhr, Fr 13-19 Uhr, Sa/So 10-17 Uhr, Mo geschlossen

Weitere Informationen: Patricia Potrykus, Tel. 0781 / 82 24 58, E-Mail: patricia.potrykus@offenburg.de, www.museum-offenburg.de