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Gewaesserschutz ueberschreitet Laendergrenzen

erstellt von redaktion zuletzt verändert: 17.11.2016 13:35 — abgelaufen

Kooperative Entwicklung eines Gewaesserinformationssystems im Auftrag von Baden-Wuerttemberg, Thueringen und Bayern.

"Umweltschutz ist Laendersache" - so steht es sinngemaess in Artikel 75 des Grundgesetzes. Da sich Luft und Gewaesser naturgemaess nicht nach Laendergrenzen richten, resultieren daraus Probleme bei uebergreifenden, fachlichen Fragen und Aufgaben. Die neueren EU-weiten Umweltrichtlinien (z. B. die Europaeische Wasserrahmen-richtlinie) orientieren sich zunehmend an den natuerlichen Umweltgrenzen (z. B. Flusseinzugsgebieten) anstatt an Verwaltungsgrenzen. Die gesammelten Daten aus der Umweltueberwachung erfordern einheitliche IT-Systeme und Standards um laenderuebergreifend nutzbar zu sein. Baden-Wuerttemberg entwickelt bereits seit Jahren leistungsfaehige Komponenten fuer Umweltinformationssysteme (UIS), gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut fuer Informations- und Datenverarbeitung, Karlsruhe, und anderen Partnern im Forschungs- und Entwicklungsvorhaben AJA (Anwendung Java-basierter Loesungen in den Bereichen Umwelt, Verkehr und Verwaltung). Bund und Laender kooperieren im Rahmen einer UIS-Vereinbarung. Dies war der richtige Rahmen fuer die Entwicklung eines gemeinsamen Gewaesserinformationssystems fuer die Bundeslaender Thueringen, Bayern und Baden-Wuerttemberg. Das Fraunhofer IITB in Karlsruhe stellt mit dem Software-Baukasten "WaterFrame" hierfuer die technische Grundlage. Das WaterFrame-Modul "Qualitative Hydrologie" soll nun gemaess den Anforderungen der Europaeischen Wasserrahmenrichtlinie gemeinsam weiterentwickelt werden. Voraussetzung ist eine enge fachliche und informationstechnische Abstimmung zwischen den beteiligten Bundeslaendern. Gemeinsame Aufgaben, beispielsweise die Beurteilung der Gewaesserguete in laenderuebergreifenden Flusseinzugsgebieten der Donau oder des Mains, koennen jetzt einfacher bearbeitet werden.



(c) Fraunhofer IITB

Experten der Landesanstalt fuer Umweltschutz Baden-Wuerttemberg, des Bayerischen Landesamts fuer Wasserwirtschaft und der Thueringer Landesanstalt fuer Umwelt und Geologie kommen im Juni und Juli 2004 mit Software-Entwicklern des Fraunhofer IITB zu mehreren Workshops zusammen, um die fachlichen Anforderungen genau abzustimmen. Das gemeinsame System wird vom Fraunhofer IITB entwickelt und in den beteiligten Bundes-laendern stufenweise bis Ende 2005 in den produktiven Einsatz gehen.



(c) Fraunhofer IITB

Der groesste Vorteil liegt in der Kosteneinsparung fuer Entwicklung und langfristige Pflege. Identische fachliche Anforderungen muessen nur einmal analysiert, in IT-Konzepte umgesetzt und eingearbeitet werden. Da WaterFrame-Informationssysteme als Baukasten aufgebaut und leicht konfigurierbar sind, koennen laenderspezifische Auspraegungen trotz allem beruecksichtigt werden.

WaterFrame wurde im Rahmen des Grundwasser-Moduls fuer das Informationssystem Wasser, Abfall, Altlasten und Boden (WAABIS) im Auftrag der Landesanstalt fuer Umweltschutz Baden-Wuerttemberg entwickelt und fuer das Fachinformationssystem Gewaesser im Auftrag des Freistaats Thueringen angepasst und erweitert. WaterFrame ist seit Jahren im praktischen Einsatz mit mehreren Dutzend Installationen und Hunderten von Anwendern.

Weitere Informationen...

Ansprechpartner:
Dipl.-Inform Thomas Uslaender

Fraunhofer-Institut fuer Informations-
und Datenverarbeitung (IITB)

Informationsmanagement
Fraunhoferstrasse 1
76131 Karlsruhe