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Blick unter die Oberfläche

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 19.06.2009 13:15

Seit Gerhard Mercator im 16. Jahrhundert den ersten Atlas herausbrachte, sind wir an die Darstellung der Welt in Karten- oder gar Globusform gewöhnt. Jetzt kommt zum topographischen oder thematischen Blick auf die Erdoberfläche der Blick in den Untergrund. Seit kurzem ist OneGeology verfügbar, ein geologischer Weltatlas, der über das Internet erschlossen wird.

Im März 2007 begannen 97 geologische Fachbehörden oder -organisationen, ihre Datenbestände so zu synchronisieren, dass sie unter einer einheitlichen Oberfläche verfügbar sind. Aus Deutschland ist die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe beteiligt, die geologische Oberbehörde des Bundes. Ziel ist eine geologische Weltkarte im Maßstab 1:1.000.000, also wesentlich detaillierter, als die Weltkarten in normalen Schulatlanten. Ihre erste, wenn auch lückenhafte Version wurde jetzt auf dem 33. Weltgeologenkongress in Oslo vorgestellt und freigeschaltet. Sehen kann die freilich nur der, der Internet-Explorer, den inzwischen überholten Firefox 2.0, oder einen Browser namens Flock einsetzt. Alle anderen bleiben vor der Tür.

Logo One GeologyVerzeichnet sind etwa die Gesteinsformationen unter der Topographie, Wie weit das Versprechen von damals umgesetzt wurde, lässt sich jetzt im Internet überprüfen. Derzeit sind 83 Staaten der Welt an dem Projekt beteiligt, wobei vor allem in Afrika, im Nahen Osten und in Mittelamerika große Lücken klaffen. Der bedeutendste Staat, der das Projekt nicht unterstützt, dürfte Indien sein, allerdings fehlen auch einige europäische Staaten wie Ungarn, Rumänien oder Serbien.


Verglichen mit dem gewohnten Atlas, fallen natürlich die Defizite auf: Die geologischen Karten werden zwar unter einer gemeinsamen Oberfläche angeboten, harmonisiert sind sie jedoch nicht. Jeder der beteiligten Nationalstaaten steuert sein Datenmaterial bei, das häufig von dem seiner Nachbarn abweicht. Eine Harmonisierung wird in absehbarer Zeit auch nicht kommen. Die Europäer können ein Lied von den Schwierigkeiten singen, die bei derlei Vorhaben auftreten. Es dauerte zwölf Jahre, um diese nationalen Differenzen zu überwinden und eine harmonisierte Karte für den Kontinent im Maßstab 1:5.000.000 zu erstellen.

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