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Ordovizium

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 11.09.2007 20:06

Als vor 500 Millionen Jahren das Ordovizium begann, waren Tiere noch eine recht neue "Erfindung" der Evolution. Schließlich waren sie erst rund 40 Millionen Jahre zuvor aufgetaucht - für geologische Verhältnisse ist das eine nicht allzu lange Zeitspanne. Nach turbulenten Anfängen kam das Leben zur Ruhe - aber nur vorläufig. Denn schon 60 Millionen Jahre später grassierte der Tod in den ordovizischen Meeren.

Kurz nach der Entstehung von vielzelligen Organismen wie Tieren oder höheren Pflanzen waren die Ökosysteme noch recht empfindlich. Die Arten folgten im Kambrium wie in einem Wirbel schnell aufeinander. Als das Ordovizium begann, normalisierten sich die Verhältnisse gerade. Es begann mit einer wahren Explosion in der Artenvielfalt. Am Meeresboden übernahmen die Brachiopoden die Herrschaft. Das sind zweischalige Tiere, die auf den ersten Blick Muscheln gleichen, die mit ihnen aber nur sehr, sehr entfernt verwandt sind. Die ersten Moostierchen entstanden, Runzelkorallen bauten Riffe, und auch die Vorfahren der heutigen Muscheln und Schnecken tauchten auf. Die Herren der ordovizischen Meere waren die Nautiloideen, die mit den Tintenfischen verwandt sind. Bis zu drei Metern wurden sie groß, und damit standen sie ganz oben in der Nahrungskette. Doch auch ihre Zeit dauerte nicht ewig.

Ihr Ende kam vor 440 Millionen Jahren. An Land lebte damals noch nicht viel. Ein paar Sporen verraten, dass erste Pflanzen Fuß gefasst haben müssen. Was mit ihnen passiert ist, lässt sich nicht sagen. Im Meer jedoch verschwanden zwischen 60 und 80 Prozent aller uns bekannten Arten. Damit zählt dieses Ereignis zu den schlimmsten in der Erdgeschichte. Dieses Massenaussterben zerfällt in mehrere Phasen. Damals schob sich der Südkontinent, Gondwana, über den Südpol hinweg. Auf ihm entstanden gewaltige Gletscher, das Klima weltweit kühlte sich ab und auch der Meeresspiegel sank. In dieser ersten Phase traf es vor allem tropische Meeresbewohner, was nicht weiter verwunderlich ist. Die zweite Phase des Massenaussterbens ereignete sich während einer vorübergehenden Erwärmungsphase. Das Klima scheint bei dem Geschehen damals eine zentrale Rolle gespielt zu haben.