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Suche nach neuen Erden

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 19.06.2009 09:50

Im Internationalen Jahr der Astronomie 2009 werden auch Planeten eine Rolle spielen, speziell diejenigen außerhalb unseres Sonnensystems. 288 Sonnensysteme außer unserem eigenen kennen wir derzeit - mit insgesamt 340 Planeten. Das ist angesichts der Milliarden von Sonnen, die es im Weltall gibt, nicht überwältigend viel. Da aber die älteste Entdeckung noch keine 15 Jahre her ist, hat die Suche nach extrasolaren Planeten doch atemberaubende Fortschritte gemacht. Und ganz nebenbei hat unser Sonnensystem wieder eine Besonderheit verloren. Planeten - so scheint es - sind häufig im Weltall.

Corot-Exo-7bUnglauben und Applaus gleichermaßen ernteten Michel Mayor und Didier Queloz vom Astronomischen Observatorium der Universität Genf, als sie am 6. Oktober 1995 auf einem Workshop in Florenz den ersten so genannten Exoplaneten vorstellten. „Nur eine Handvoll der Kollegen glaubte uns, das konnten wir spüren“, erinnert sich Queloz, „aber der Applaus war trotzdem ungewöhnlich stark.“ Er galt wohl der Tatsache, dass erstmals unwiderlegbar die Existenz eines Planeten jenseits des Sonnensystems bewiesen worden war. Denn vermutet hatte man ihre Existenz schon lange, zu normal war die Sonne, als dass es nicht in den Weiten des Universums mehr von ihresgleichen geben musste. Doch dieser Planet, 51 Pegasi b, war unerhört, daher der Unglauben. Er ist ein Gasriese, halb so massereich wie der Jupiter, aber auf einer Umlaufbahn um seinen Stern, die siebenmal enger als die des Merkur ist.

Planet vor dem EndeIn dieser Position kann er aber auf keinen Fall entstanden sein. Gasplaneten brauchen kalte Regionen weit genug von einem Stern entfernt, dass sie sich zusammenballen können, aber wieder nahe genug, damit sie sich nicht in den Weiten des Alls verlieren können. Die enge Nachbarschaft eines Sterns hat von all dem nichts. In einer derart gewalttätigen Umgebung zerfetzt die Schwerkraft der Sonne jeden Planetenansatz, verdampft die Hitze des Sterns schlicht jede Materiezusammenballung. Doch 51 Pegasi b war da, und die meisten der seitdem entdeckten Exoplaneten gehören zu seinem Typ. Zurzeit erklären sich die Wissenschaftler ihre Existenz damit, dass die Gasriesen tatsächlich in größerer Entfernung zu ihrer Sonne entstanden, dann aber einen wahren Kamikazelauf in Richtung Stern gestartet haben. Aufgrund ihrer großen Masse können sie auch in der Nähe der vielfach größeren Sonne durchhalten, zumindest für einen gewissen Zeitraum.

ExosonnensystemSeit der Entdeckung von Mayor und Queloz sind Planeten verschiedenster Größe gefunden worden, der jüngste ist gleichzeitig auch der kleinste: Corot-Exo-7b ist nicht einmal doppelt so groß wie die Erde und hat zwischen fünf und elf Erdenmassen. Ob sich unter all diesen Exoplaneten auch ein Steinplanet wie der unsere verbirgt, wissen wir nicht. Die derzeitigen Beobachtungstechniken liefern technologiebedingt nur wenig mehr als die Existenz und ein paar grundlegende Werte wie Größe und geschätzte Masse. Und bei Planeten wie Corot-Exo-7b ist dann großes Raten angesagt: Er kann von seiner Größe her sowohl aus Stein als auch aus Gas bestehen. Für das kommende Jahrzehnt geplante Weltraumteleskope sollen erstmals auch die Exoplaneten näher untersuchen. Dann hat man auch Chancen, lebensfreundliche Himmelskörper zu bestimmen und vielleicht auch sogar Spuren des Lebens zu finden.

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