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Verborgene Schätze

erstellt von holgerkroker zuletzt verändert: 19.06.2009 12:31

Der weltgrößte Kupferproduzent Chile besitzt offenbar weitaus größere Rohstoffvorräte als bislang bekannt. Die Geologischen Dienste der vier Andenstaaten Argentinien, Chile, Kolumbien und Peru sowie der US-Dienst USGS haben in einem unlängst veröffentlichten Bericht die bislang noch unentdeckten Metallvorkommen in den Anden abzuschätzen versucht. Demzufolge schlummern in dem Gebirge noch Kupfervorräte von 750 Millionen Tonnen, das ist fast ein Drittel mehr als die bisher dort entdeckten wirtschaftlich ausbeutbaren Vorkommen. Zusammen mit dem Kupfer sollen auch noch 20 Millionen Tonnen Molybdän, 250.000 Tonnen Silber und 13.000 Tonnen Gold in bis zu 1000 Metern Tiefe unter der Oberfläche zu finden sein.

Kupfermine ChuquicamataDie Abschätzung ist Teil eines internationalen Forschungsprojektes, mit dem die Weltressourcen an Metallen und anderen Nichtenergierohstoffen erkundet werden sollen. Der USGS ist die Koordinationsstelle dieses GMRAP genannten Unternehmens. Die Informationen sollen die Rohstoffbasis umreißen, die der weiterhin wachsenden Weltbevölkerung zur Verfügung steht.

Die in den Anden vermuteten zusätzlichen Vorräte entsprechen 80 Prozent der der derzeit bekannten Weltreserven an Kupfer und 105 Prozent der Weltmolybdän-Reserven. Bei Gold und Silber lauten die Werte 14 und 44 Prozent. Der Schwerpunkt der Vorkommen liegt in Chile. Das verwundert nicht, ist das Land doch jetzt schon das mit Abstand rohstoffreichste der beteiligten Andenstaaten.

Für ihre Abschätzung haben die Geologischen Dienste alle vorliegenden Informationen über die Andengeologie zusammengetragen und in eine Simulation der Vorkommen eingespeist. Die Geologen betonen, dass die Werte nicht mit den erschließbaren und schon gar nicht mit den ökonomisch erschließbaren Vorkommen gleichzusetzen sind. „Normalerweise“, so schreiben sie, „sind große Gebiete für die Exploration verschlossen, weil es sich um Siedlungs- oder Naturschutzgebiete, Transportwege oder Grundwasservorkommen handelt.“

Die größten unentdeckten Vorkommen werden dabei mit 460 Millionen Tonnen im Gebiet Chuquicamata vermutet. Dort befinden sich heute schon die größten Kupferminen der Welt. Auch die zweitgrößten Vorkommen befinden sich in einem Gebiet, das schon jetzt zu den ertragreichsten Kupfervorkommen der Welt gehört: Die Lagerstätte El Teniente soll zusätzlich zu den bereits bekannten 75 Millionen Tonnen weitere 220 Millionen Tonnen beherbergen. Wieviel von den vermuteten Vorkommen auch tatsächlich abbauwürdig und -fähig ist, müssen jetzt zusätzliche Explorationen klären.

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